Wettbewerb auf den Energiemärkten

 

Wettbewerb auf den Energiemärkten (Praktiknjo, 2SWS, SS, de/en)

Vor der Liberalisierung waren Energiemärkte in der Regel monopolistisch aufgebaut. Dabei genehmigte eine staatliche Behörde (Regulierer) normalerweise den Energieverkauf einem einzigen Unternehmen in einem Konzessionsgebiet. Darüber hinaus waren Energieversorger üblicherweise vertikal integrierte Unternehmen. In Folge von Richtlinien der Europäischen Union wurden schließlich vertikal integrierte Unternehmen in Deutschland teilweise disaggregiert (unbundled) und der Hauptteil der Wertschöpfungskette aufbauend auf die „Essential Facility Theory“ liberalisiert. Durch Unbundling und Liberalisierung erhofft man sich wichtige volkswirtschaftliche Vorteile, wie bei-spielsweise Zugewinne an wirtschaftlicher Effizienz oder auch an Innovationspotenzialen. Vorteile, die für eine Exportnation wie Deutschland besonders relevant sind. Allerdings können vertikal integrierte Unternehmen sowie Monopole ebenfalls Vorteile durch Synergieeffekte oder erhöhter Versorgungssi-cherheit bieten. In den 1990er und 2000er Jahren (zu Zeiten von Überkapazitäten) war die herrschende Meinung, dass die Vorteile von Unbundling und Liberalisierung die Vorteile von vertikal integrierten Monopolen überwiegen. Heute stehen die Energiemärkte allerdings in Folge der Energiewende vor neuen Herausforderungen. Im Rahmen dieses Seminars soll analysiert werden, welche Auswirkungen Wettbewerb und Regulierung auf den Energiemärkten hat. Hierfür soll für die Seminarteilnehmer auch kostenfrei ein IT-gestütztes Simulationsspiel zum börslichen Stromhandel durchgeführt werden, welches ebenfalls zum Training von der International Energy Agency (IEA) und der International Renewable Energy Agency (IRENA) eingesetzt wird.

Lernziele

Die Studierenden sollen anhand von Fachartikeln und öffentlich zugänglichen Daten einen Überblick zu wichtigen theoretischen Konzepten und Methoden für die Bewertung bzw. Analyse von Wettbewerb und Regulierung auf den Energiemärkten gewinnen.
• Anhand eines IT-basierten Simulationsspiels soll die praktische Anwendung des theoretischen Wissens erlernt werden.
• In diesem Seminar sollen wissenschaftliche Arbeitsmethoden weiter erlernt und vertieft werden. Hierfür sollen die Studierenden die Ergebnisse in Form von wissenschaftlichen Fachvorträgen und einem kurzen Seminarpapier zusammentragen und diskutieren
• Die Teilnehmer sollen die Seminarergebnisse unter Anleitung schließlich in einem wissenschaftli-chen Artikel (auf Englisch) zusammenfassen.

Voraussetzungen

keine

Prüfungsleistung

Schriftliche Hausarbeit (70%, benotet), Mündliche Prüfung (30%, benotet)