Essays on Environmental Aspects in North-South Economic Relations

  • Aufsätze über Umweltaspekte in Nord-Süd Wirtschaftsbeziehungen

Krings, Hanna; Lorz, Oliver (Thesis advisor); Lontzek, Thomas S. (Thesis advisor)

Aachen (2017)
Doktorarbeit

Dissertation, RWTH Aachen University, 2017

Kurzfassung

Die Konsequenzen, die der hohe Lebensstandard in entwickelten Ländern auf die Umwelt hat, müssen auch von Entwicklungsländern mitgetragen werden. Ebenso verschmutzen wirtschaftliche Aktivitäten von in Industrieländern ansässigen Unternehmen häufig die lokale Umwelt in Entwicklungsländern. In drei Aufsätzen beschäftige ich mich mit zwei verschiedenen Aspekten der Umweltauswirkungen von Nord-Süd-Wirtschaftsbeziehungen. Die ersten beiden Aufsätze verstärken gemeinsam die vorhandene Literatur über die Auswirkungen der Ressourcenextraktion, die durch den Norden durchgeführt wird, auf die lokale Umgebung des Südens. In einem theoretischen Modell untersuche ich die Umweltqualität im Rahmen eines Ressourcenextraktionsvertrages in Abhängigkeit von den demokratischen Institutionen im Aufnahmeland. Die Qualität der südlichen demokratischen Institutionen zeigt das Risiko der Enteignung sowie den Grad, zu dem der Süden den Umweltschaden internalisiert. Außerdem variiert die von dem Norden bereitgestellte Technologie zum Ressourcenabbau bezüglich der marginalen Ressourcenextraktionskosten sowie der marginalen Umweltverschmutzung des Ressourcenabbaus. Durch die Kombination dieser verschiedenen Effekte kann das theoretische Modell keinen eindeutigen Effekt einer Verbesserung der Demokratie auf die Umwelt bestimmen. Die numerische Simulation von drei verschiedenen Fällen deutet jedoch darauf hin, dass die Umweltqualität trotz dieser widersprüchlichen Kräfte immer von Verbesserungen in der Demokratie profitiert. Die empirische Untersuchung des zweiten Aufsatzes unterstützt diese Feststellung, indem sie zeigt, dass das Niveau der Demokratie des Aufnahmelandes das Ausmaß der Entwaldung im Zusammenhang mit Ölförderung im globalen Ländervergleich bestimmt. In einer empirischen Analyse zeigt die Studie große Unterschiede zwischen den Ländern bezüglich des Grades der Entwaldung in der direkten Umgebung zu Ölfeldern auf. Auf Grundlage eines quasi-natürlichen Experiments können Difference-in-Difference Regressionen angewandt werden und die Demokratie des Aufnahmelandes als bestimmenden Faktor für den Grad der Entwaldung für Ölbohrungen identifizieren. Während die Entdeckung von Öl in Ländern mit hohen Demokratie-Werten mit einer Abholzung von 35% der unmittelbaren Nähe eines Ölfeldes innerhalb von zehn Jahren verbunden ist, ist die Abholzung der Wälder in Ländern mit niedrigen Demokratie-Werten fast doppelt so hoch. Interessanterweise unterscheidet sich das Niveau der Entwaldung weder systematisch mit den Eigenschaften der Ölfirma noch mit dem Demokratie-Wert des Heimatlandes des Betreibers. Darüber hinaus scheint das Einkommen pro Kopf im ressourcenreichen Land nicht die treibende Kraft hinter der Cross-Country-Varianz zu sein. Im dritten Aufsatz werden Handelsströme von gebrauchten elektronischen Gütern aus dem Norden nach Süden aufgezeigt und der daraus resultierende Energieverbrauch geschätzt. Der Aufsatz präsentiert deskriptive Ergebnisse, die auf den Export von niedrigpreisigen Second-Hand-Elektronikgüter aus Industrie- in Entwicklungsländer hinweisen. Die Ergebnisse der 2SLS-Regressionen, in denen eine Gravitationsgleichung für das Handelsvolumen in der ersten Stufe instrumentalisiert, zeigen einen statistisch signifikanten Anstieg der Konsumentengruppe von Elektrogütern in afrikanischen Ländern, was zu einer allgemeinen Steigerung des weltweiten Energieverbrauchs führt.

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