Essays in applied econometrics

  • Aufsätze in angewandter Ökonometrie

Ghosh, Raoul; Balleer, Almut (Thesis advisor); Bachmann, Rüdiger (Thesis advisor)

Aachen (2016)
Doktorarbeit

Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2016

Kurzfassung

Kapitel 1: Multivariate nicht-parametrische kernelbasierte Indirekte Inferenz Schätzung dynamischer Latenter Variablen ModelleIch implementiere eine multivariate Version des kernelbasierten Indirekten Inferenz Schätzers (KII) von Billio und Montfort (2003). Meine Implementation basiert auf dem Nadaraya-Watson Kernel-Schätzer oder lokal konstanter Regression. Ich sammle Hinweise aus Monte-Carlo-Simulationen bezüglich der Eigenschaften von KII in kleinen Stichproben und vergleiche diese mit der Methode der simulierten Momente, welche in der Literatur häufig verwendet wird, um Latente Variablen Modelle zu schätzen. Die Laufzeit ist höchstens doppelt so hoch für KII, aber die Standardfehler und die geschätzte mittlere quadratische Abweichung haben für beide Methoden die gleiche Größenordnung. Kapitel 2: Dynamische Arbeitsnachfrage in Deutschland: Arbeitsanpassungskosten auf BetriebsstättenebeneDieses Papier quantifiziert die Arbeitsanpassungskosten deutscher Firmen seit der Wiedervereinigung. Ich spezifiziere ein dynamisches Optimierungsproblem auf der Betriebsstättenebene mit Kombinationen von stetigen und diskreten Arbeitsanpassungskosten, insbesondere quadratische, fixe und Störungskosten. Dann benutze ich einen kernelbasierten Indirekten Inferenz Ansatz um die strukturellen Parameter des Models durch Vergleich mit bedingten Momenten der deutschen Sozialversicherungsstatistiken im Betriebs-Historik-Panel. Ich finde heraus, dass ein Modell mit ausschließlich fixen Arbeitsanpassungskosten den Daten am nächsten gleichkommt. Meine Simulationen berechnen den Quotienten von Arbeitsanpassungskosten zu Profit als circa 13 Prozent und den Quotienten von Arbeitsanpassungskosten zu Lohnkosten als circa 19 Prozent. Kapitel 3: Konsumungleichheit im wiedervereinigten Deutschland (gemeinsame Arbeit mit Andreas Schmalzbauer)Wir dokumentieren Trends der Konsumungleichheit in Deutschland von 1993 bis 2013. Während die Konsumungleichheit in Gesamt- und Westdeutschland moderat angestiegen ist, ist sie in Ostdeutschland stark angestiegen und konvergierte zum Niveau des Westens. Darüber hinaus hat das Wachstum der Konsumungleichheit das Wachstum der Einkommensungleichheit in dieser Periode übertroffen. Wir zerlegen die Änderungen in der Konsumungleichheit und finden heraus, dass der Anstieg der Konsumungleichheit zum großen Teil durch Änderungen der sozio-demografischen Zusammensetzung der Haushalte und den Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland, welcher der Deindustrialisierung nach der Wiedervereinigung folgte, verursacht wird. Aber es ist nicht nur die relative Konsumungleich gestiegen, sondern auch das absolute Konsumniveau ist für die ärmsten Haushalte gesunken, sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland.

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