Essays on financial integration and institutional quality

  • Beiträge zur internationalen Finanzmarktintegration und institutionellen Qualität

Dadašov, Ramin Rufat Oglu; Lorz, Oliver (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2013)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2013

Kurzfassung

Diese Dissertation umfasst vier Aufsätze und beschäftigt sich mit der Frage, wie internationale Finanzmarktintegration die Qualität ökonomischer Institutionen in Entwicklungsländern beeinflussen kann. Die ersten drei Aufsätze entwickeln theoretische Modelle, in denen verschiedene Wirkungsmechanismen der Finanzmarktintegration in diesem Zusammenhang beleuchtet werden. Der vierte Aufsatz stellt eine empirische Untersuchung über den Einfluss einer de jure Liberalisierung der Kapital-und Finanzmärkte auf die institutionelle Entwicklung dar. Alle drei theoretischen Modelle betrachten ein Land, welches von einer Elite autokratisch regiert wird. Die herrschende Elite nutzt ihre politische Macht dazu, Teile des Einkommens bzw. die Vermögenswerte von anderen gesellschaftlichen Gruppen zu enteignen. Dabei erfasst die Enteignungsrate die Sicherheit der Eigentumsrechte und wird als das modell-theoretische Maß für die Qualität der Institutionen interpretiert. Internationale Finanzmarktintegration wird als ein erleichterter Zugang zu internationalen Finanz- und Kapitalmärkten und damit als ein exogener Rückgang an Kapitalkosten für die lokalen Unternehmer modelliert. Dadurch beeinflusst die Finanzmarktintegration die gesellschaftlichen Einkommen und somit auch die Anreize der Elite bei der Bestimmung der institutionellen Rahmenbedingungen. Im ersten Aufsatz - „Financial Integration in Autocracies: Greasing the Wheel or More to Steal?“ - hat die Elite neben der Rentenaneignung noch eine politische Motivation der Enteignung. Die Finanzmarktintegration resultiert in einem höheren Anreiz der Enteignung für die Elite hat aber darüber hinaus langfristige Auswirkungen auf die lokalen Machtverhältnisse und die Bildung einer Unternehmerschicht. Im Gegensatz zu dem ersten Modellrahmen unterstellt der zweite Aufsatz - „Autocracies, Structure of the Economy, and Expropriation” - , dass die politische Elite auch die ökonomische Aktivität des Landes kontrolliert. Die Enteignung gibt der Elite die Möglichkeit die Preise für die Produktionsfaktoren zu beeinflussen, um dadurch ihren eigenen wirtschaftlichen Profit zu steigern. Im Fokus der Analyse steht somit der ökonomische Motiv der Enteignung und seine Bestimmungsgrößen. Der dritte Aufsatz - „Mode of International Investment and Endogenous Risk of Expropriation“- unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Auslandsinvestitionen (Joint Venture und Foreign Direct Investment) und betrachtet dabei auch Enteignungsrisiken für ausländische Investoren. Die Ergebnisse zeigen hier, dass ein Rückgang der Investitionskosten in ein Joint Venture das gleichgewichtige Enteignungsrisiko steigert, wohingegen ein Rückgang der Kosten eines Foreign Direct Investment es verringert. Der vierte Aufsatz - „Financial Liberalization and Institutional Development“ - analysiert empirisch die Effekte von Deregulierung der Kapitalverkehrskontrollen, also einer de jure Liberalisierung, auf die institutionelle Qualität, welche durch Indikatoren zum Investitionsrisiko, zum Korruptionsniveau, zur Rechtssicherheit sowie zur Effektivität der Bürokratie abgebildet wird. Die Ergebnisse zeigen, dass ein höheres Maß an finanzieller Liberalisierung, insbesondere durch eine Senkung der Investitionsrisiken, zwar die allgemeine institutionelle Qualität verbessert. Jedoch kann das Korruptionsniveau in Folge der Finanzmarktliberalisierung auch steigen. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass die positiven Effekte der Finanzmarktliberalisierung stärker ausfallen, wenn diese durch eine zeitgleiche politische Liberalisierung unterstützt wird.

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