Lehrstuhl für Unternehmenstheorie, insb. Nachhaltige Produktion und Industrielles Controlling (LUT)

  LUT Urheberrecht: LUT

Der 1974 gegründete Lehrstuhl war ursprünglich der BWL, insbesondere der Industriebetriebslehre gewidmet. Er wird seit April 1988 durch den jetzigen Inhaber geleitet. Im Zuge einer wissen­schaft­lichen Neuausrichtung und zeitlich variierender Schwerpunktsetzungen auf die (industrielle) Organi­sa­tion, die Produk­tions- und die Umweltwirt­schaft sowie das Controlling kam nach Rufen des Lehrstuhlinhabers an die FU Berlin und die LMU München die heutige Widmung „Unternehmenstheorie“ zustande. Je nach Drittmittel­aufkom­men besteht das LUT-Team aus etwa 15 bis 25 wissenschaftlichen und studentischen sowie einer nicht­wissen­schaftlichen Mitarbeiterin.

Lehre

Nach Anfängen in der Industriebetriebslehre und Organisation konzentriert sich das Lehrangebot heute auf Vorlesungen und Übungen zur Produktion und Logistik, zur Nachhaltigen Unternehmens­führung und zum Wertschöpfungscontrolling in den von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften betreuten Studien­gängen. Darüber hinaus werden Projekt- und Seminarmodule zu wechselnden Themen angebo­ten, insbesondere zur nicht-monetären Performanceanalyse. Soweit Fragen einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, zumeist mit Fokus auf Nachhaltigkeits­bewertungen und das Ökocontrolling, kein zentraler Gegenstand eines Moduls sind, werden zumindest wesentliche Grundlagen dafür, etwa methodische Aspekte der Effizienzmessung, behandelt. Vor allem die Bachelor- und Master­arbeiten bieten den Studierenden vielfältige Gelegenheit, ihre Interessen und Fähigkeiten forschungs- und/oder praxisorientiert auf dem Gebiet der „Sustainability and Corporations“ zu vertiefen.

Forschung

Überwiegend konzentriert sich die Forschung auf drei Gebiete, wobei vorzugsmäßig deren Überlappungs­bereiche betrachtet werden: (1) Produktions- und Entscheidungstheorie, (2) Nicht-monetäre Performanceanalyse und (3) Industrielles Umwelt- und Nachhaltigkeitscontrolling. Als theoretische Basis für angewandte Frage­stel­lun­gen dient in vielen Fällen die vom Lehrstuhlinhaber entwickelte entscheidungsorientierte Produk­tionstheorie. Sie erleichtert die systematische Weiterentwicklung und Verbesserung von Analyse- und Bewertungsmethoden, so u. a. der Data Envelopment Analysis (DEA), des Life Cycle Assessments (LCA), der Ökoeffizienzanalyse nach BASF und des Forschungsrankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Aktuelle Forschungsprojekte betreffen beispielsweise die Rolle der Biomasse für die globale Wirtschaft, die dynamische LCA, die Messung von Spezialisierung und Balance in Performanceanalysen, die Wohlstandsmessung von Nationen, die Skalenerträge der Forschung betriebswirtschaftlicher Fachbereiche, die adäquate Berücksichtigung von Übeln im Rahmen der DEA, die Modellierung von Reduktionsprozessen wie der Müllverbrennung sowie den Einfluss (ultra-) langlebiger Produkte und Anlagen auf den Modellwechsel und das Anlaufmanagement.